between mountains and seas

Leben am anderen Ende der Welt

 
16Juni
2015

Taipei, Taipei

Immer wieder wurde das Flugzeug wild durchgeschüttelt und die Luftlöcher bereiteten meiner Psyche Sorgen. Trotz allem schaffte ich es drei Stunden durchzuschlafen, aber mehr war einfach nicht möglich. Von um vier an träumte ich nur noch, als plötzlich die Lichter wieder angeschaltet wurden. Es gab Frühstück und bald darauf landeten wir auch schon in Taipei.

 

                                                                         

 

Der Landeversuch wurde mehrmals begangen, da wir aus unbestimmten Gründen nicht sofort landen konnten. Die Stewardess klang bei ihrer Rede etwas außer Atem und wir wollen wirklich nicht wissen was vorgefallen ist. Die Landung an sich war weich und sacht.

Wir trennten uns rasch von der aussteigenden Masse und gingen zügig durch das Flughafensystem, um für einen Tag einzureisen. Wir füllten das Formular aus und am Schalter wurde alles schnell abgefertigt. Dieses Mal mussten wir zudem unsere beiden Zeigefinger scannen. Wir machten uns kurz frisch und fragten dann wegen der kostenlosen Bustour an. Da man jedoch nur noch eine Halbtagestour absolvieren darf entschieden wir uns für die Nachmittagsrunde.

Die Zwischenzeit verbrachten wir im oberen Wartebereich mit freiem Wifi, Strom und Klimaanlage. Zwischendurch schlenderten wir durch die kleinen Geschäfte. Um 12.30 Uhr gingen wir in die Lobby, um festzustellen, dass wir eine Stunde zu früh waren. Also warteten wir erneut. Um 13.45 Uhr hatten sich alle versammelt und es sah aus, als wären wir heute nur eine vierköpfige Gruppe.

Als die Türen zur Straße sich öffneten strömte uns eine heiße und stickige Luft entgegen. Die Sonne schien durch eine wechselnde Wolkendecke hinab und 35°C umgaben unseren Körper. Der Schweiß wollte sofort zu laufen beginnen, aber davor retteten wir uns in den kleinen klimatisierten Bus. Hier saßen noch drei Japaner und der Sohn des Reiseführers, welch mit uns den Nachmittag begehen wollten.

Über die Zollschnellstraßenbrücke ging es geradewegs nach Taipei-City, die Hauptstadt des Landes. Die vielen Hochhäuser sahen alt und baufällig aus und in die Lücken gequetschte Bauten erinnerten an Slums. Aber viele hatten sich ihre Wohnungen mit diversen Pflanzen dekoriert, um die triste Stimmung aufzulockern.

Durch die Stadt ging es bis zum 'Chiang Kai-Shek Memorial Hall'. Das kleine Nebentor strahlte in seinen blau-weißen Tönen und lud zum Eintreten ein. Seine Mauer umschließt einen großen Park, welcher auch dem ehemaligen Präsidenten Chiang Kai-Shek gewidmet wurde. Die Fenster, die in die Mauer eingelassen wurden bestehen aus über 30 unterschiedlichen Formen, welche sich im Verlauf der Mauer wiederholen.

 

   

   

                                 

  

Vor uns erhob sich das mächtige Hauptgebäude. Als wir es umschritten befanden sich vor uns plötzlich 89 mamorweiße Treppen auf, welche für die Lbensjahre von Chiang stehen. Sie führten zu einer offenen Andachtsstelle, in dessen Mitte eine riesige Bronzestatue von ihm auf einem Thron saß (ähnlich des Lincoln Memorials in Washington). Die Decke war kunstvoll geschnitzt und zwei Wachen waren zu seinem Schutz abgeordnet.

Zu fast jeder Stunde findet ein Wachwechsel statt. Dabei kamen zwei neue Soldaten und ein Offizier hinzu und vollführten eckige Bewegungen, die sich immer wieder wiederholten. Nach dieser steifen Darbietung ging es in das untere Stockwerk, wo ein verherrlichendes Museum für Chiang errichtet wurde. Unser Führer sprach begeistert von ihm, doch er hatte mehrere Seiten und nicht wenige benennen ihn als einen Diktator. Im Park befanden sich zudem das Gebäude der Nationalen Konzerthalle, das Nationaltheater und den Platz der Einigkeit, sowie das große Haupttor in der Mittenachse.

 

   

   

   

 

Von hier schleppten wir uns zurück in den Schutz des Busses und es ging zu unserer letzten Station, dem 'Taipei 101'. Es war zu seiner Errichtung 2004 als das größte Gebäude der Welt gelistet und wurde erst 2010 von 'Burj Khalifa in Dubai abgelöst. Mit 509,2 Metern besitzt es 101 Etagen (daher der Name!) und 5 Flure untertage. Wir schlenderten durch die Mall mit edlen Markengeschäften und besichtigten kurz eine Kunstausstellung im Erdgeschoss.

Vor dem Turm hatten sich chinesische Demonstranten zusammengefunden, welche das jetzige System Chinas anprangerten. Mittendrin befanden sich anderen Chinesen, die jedoch für die Regierung waren und gegenseitig warfen sie sich auf die armen Bürger.

 

                                                                          

 

Unser Ausflug endete hiermit und zurück am Flughafen nutzten wir die Zeit, um eine Postkarte an uns selber zu schreiben. Aber leider besaß die gute Frau im Geschäft keine Postmarken und nach einigem Googeln (und fast nur Mandarin) schickte sie mich nach unten in den Flughafen, da dort ein Automat stehen solle.

Ich renne also hinunter, durch das gesamte Terminal und quetsche mich zwischen den Massen an Passagieren hindurch. Doch da ist kein Automat. In der Nähe befindet sich ein Reisebüro und die dortige Dame schickt mich wieder zurück, dieses Mal jedoch nach Rechts, da dort eine Postoffice geben solle.

Perfekt..., wenn es sie auch geben würde. Wieder fragte ich woanders nach und ein Conveniencestore im Keller wurde mir empfohlen. Als ich diesen endlich erreichte gab es zu meiner Freude wirklich Postmarken. Aber sie hatten kein internationales Zeichen auf ihnen gedruckt. Der Verkäufer musste für die höhere Angestellte dolmetschen, da sie mich überhaupt nicht verstand.

Keiner von beiden wusste, ob diese auch nach Europa gültig waren. Also kaufte ich zwei Stück auf Gut Glück und werde zu Hause erfahren, ob es geklappt hat. Die Sicherheitskontrolle war problemlos hinter sich gebracht und nun sitzen wir in bequemen Sesseln und warten darauf, dass in 1 1/2 Stunden das Boarding beginnt. Das bedeutet hoffentlich endlich Essen und Schlaf. Noch 15 Stunden, dann sind wir wieder in Deutschland!!

15Juni
2015

Abschied von Sydney

Der vierte und somit letzte Tag unserer Sydneyreise war angebrochen. Gestern hatten wir gemerkt, dass unsere SIM kein Geld mehr besaß und wir nicht imstande waren unser Airporttaxi bescheid zu geben. Doch liebenswerter Weise bot uns der Rezeptionist an mit seinem Phone zu schreiben. Jetzt wissen wir nur nicht, ob die Nachricht angekommen ist und wir heute Abend abgeholt werden. Wenn nicht, dann haben wir ein größeres Problem.

Wir nutzten das Zimmer bis 10 Uhr aus und packten die Taschen erneut, die dieses Mal erstaunlich viel Luftraum besaßen. Wir konnten diese dann an der Rezeption abgeben, wo wir sie heute Abend wieder abholen werden. Für uns ging es auf Richtung 'Darling Harbour', welches nur wenige Fußminuten von uns entfernt lag. Wir hatten uns im Internet Tickets für das Aquarium, sowie den Wildlifepark bestellt.

Zuerst gingen wir zum Aquarium, aber wie sich herausstellte waren wir nicht in ihrem System verzeichnet. Wir hatten schon die Befürchtung, dass wir eventuell einem Internetschwindel zum Opfer gefallen wären. Doch zum Glück klärte sich alles bald auf. Wir hatten die Tickets um der Seite des Wildlifeparkes gekauft und somit müssten wir auch dort die Karten einfordern.

Wir gingen also einmal um die Ecke und fanden den Eingang zu diesem. Ein strenger Geruch empfing uns und ein Koala versuchte auf seinem Baum, zwischen all dem Lärm, etwas Ruhe zu finden. Gleich am Anfang wurden wir dazu genötigt gestellt lustige Fotos vor einem Greenscreen zu machen und danach ging es schleunigst weiter.

Vor dem Schmetterlingshaus befand sich eine fünf Meter lange Schlange, die sich gemütlich unter ihrem Heizstrahler rekelte. Das Schmetterlingshaus hatte seinen Namen eigentlich nicht verdient, da wir nur höchstens sechs dieser Tiere sahen. Dafür gab es eine Menge Frösche. Um die Ecke befand sich das kleine Gehege eines Tasmanischen Teufels. Dieses possierliche Tierchen drehte unablässig seine Runden durch das Gehege.

 

   

    Tasmanischer Teufel

Östliche Braunschlange     Rotbauchschwarzotter

 

Weitere Tiere waren Schlangen, ein Wombat, Wallabies, Kängurus, Vögel und weitere einheimische australische Tiere. Unteranderem war der drittgrößte Vogel der Welt mit einigen Rotbauchfilandern untergebracht. Der Helmkasuar kann bis zu 70 Kilogramm schwer werden und 1,5 Meter hoch. Ihre innere Klaue kann 12 Zentimeter lang werden und wird zur Verteidigung der Jungtiere eingesetzt. Nach der Befruchtung brauchen die Jungen 50 Tage bis sie schließlich aus ihren Eiern schlüpfen.

 

Wombat    Rotbeinfilander

Fleckige Blauzungeneidechse   

Helmkasuar   

 

Eine Taube flog ständig vor meiner Linse herum, als ich versuchte die Kängurus zu fotografieren. Sie posierte sich in allen Bewegungen vor mir und ich musste sie einfach festhalten. Im Reptilienbereich lebt eines der größten in Gefangenschaft lebenden Krokodile, namens "Rex". Mit seinem Körper überspannte er fasst das gesamte Becken und wir konnten ihn später auch unter Wasser beobachten. Koalas sahen wir nur als graue Plüschkugeln in den Bäumen Hängen.

 

Aufdringliche Taube      Östliches Graues Riesenkangaroo

     

Rex    Koala

 

Von hier aus ging es wieder zum Aquarium, in welches wir mit den jetzigen Eintrittskarten problemlos betreten konnten. Eine bunte Wasserwelt erwartete uns. Besonders die Rochen und Haie hatten sich in mein Herz geschlichen. Es gab drei Unterwassertunnel, in denen auch zwei handaufgezogene Dugongs schwammen. Die Wasserbecken waren jedoch nicht immer dicht und an einigen Stellen tropfte das Wasser aus der Decke und Ritzen.

 

    Rochenbecken

   

Dugong   

    

   

   

   

                                    

 

Wir verbrachten eine ganze Weile in diesem Aquarium und als der Nachmittag hereinbrach gingen wir zum Queen Victoria Building, um das Wifi zu nutzen. Leider war dies so langsam, dass es mich schon bald komplett hinaus warf und mich nicht wieder rein ließ. Um fünf waren wir auch schon wieder am Hotel, nachdem wir durch den aufkommenden Regen gerannt waren.

Wir warteten nur kurz auf unseren Taxifahrer. Dieser kam jedoch nur gelaufen, da er drei Straßen weiter parken musste. Wir schleppten also die Taschen zu seinem Auto, holten zwei weitere Gäste ab und auf ging es zum Airport. Die Fahrt dauerte fast eine Stunde, da der Feierabendverkehr die Straßen verstopfte.

Unsere Taschen waren wir recht schnell wieder los, da der Check-In Schalter fast sofort bei unserer Ankunft geöffnet hatte. Die letzten Briefe wurden verschickt, weil wir in der Stadt keinen Postkasten gefunden hatten. 

Dieses Mal gaben wir unser Gepäck zusammen ab. Ich war etwas über 38 Kilogramm, denn ich hatte meine Dokumententasche  ins Hauptgepäck gequetscht. Lydias Gepäck wies jedoch 1 Kilogramm zu viel auf, doch dies wurde einfach mit meinem Platz verrechnet. Irgendwie zieht es mich ja an. Zum zweiten Mal wurde nur ich durch den Ganzkörperscanner gewunken, aber es klappte alles reibungslos, da ich ja schon Erfahrung damit habe ;-) Unser Flieger legte pünktlich um 22.10 Uhr ab, Richtung Taipei.

14Juni
2015

Blue Mountains

Pünktlich fanden wir uns in der 'Central Station' ein und kauften ein Tagesticket nach Katoomba. Hier wollten wir die 'Blue Mountains' besichtigen, welche rund 2 Stunden von Sydney entfernt liegen. Zum Frühstück gab es ein Schokoteilchen und um 7.22 Uhr fuhr der Zug los.

Das kostenlose Wifi des Bahnhofes löste sich damit in Luft auf und wir wussten noch immer nicht die australische Vorwahl, welche wir aber brauchten, um unser Shuttle zum Airport zu kontaktieren. In einem Reiseführer fand sich diese jedoch zum Glück. Die Zeit nutzte ich den Blog zu vervollständigen und genoss die naturreiche Landschaft.

Nach 120 Kilometern erreichten wir Katoomba ("öffentliches Gewässer"). Der Name der 'Blue Mountains' rührt daher, dass seine Bergketten meist in bläulichen Farben schimmern. Dies kommt daher, dass die Region weitläufig mit Regenwald bewachsen ist. Ein großer Teil davon sind Eukalyptusbäume. Diese geben feinste Ölpartikellchen an die Luft ab. Das Sonnenlicht bricht sich darin und lässt weiter entfernt liegende. Objekte, in diesem Fall die Sandsteinfelsen, in einem blauen Dunst erscheinen.

Direkt vor dem Ausgang befand sich der Ticketstand des 'Explorer Hop on Hop off' Busses, wo wir unsere Tageskarte für $10 billiger als den Normalpreis bekamen. Die erste Bushaltestelle war nicht weit entfernt und so konnten wir den ersten Bus des Tages fahren und das sogar ganz vorne. Wir verließen die Stadt und unser Fahrer unterhielt uns mit Informationen zur Gegend, aber auch mit unzähligen Cafétipps und Restaurants, sodass wir uns bald wie auf einer Kaffeefahrt fühlten.

Der Stopp 8 führte zu den 'Katoomba Falls'. Ein fünfminütiger Weg führte auf eine erhöhte Ebene, 'Reids Plateau', von wo aus wir das erste Mal die wunderschöne Landschaft der 'Blue Mountains' vor unseren Augen sahen. Unser Blick fiel direkt auf die Weite Ebene des 'Jamison Valleys'. Vor uns erhoben sich die Sandsteinklippen der 'Great Dividing Range' und die markante Felsenformation der 'Three Sisters'.

 

   

   

   

 

Der Nebel lag noch immer im Tal und verlieh der Landschaft einen magischen Hauch. Zu unserer Linken stürzten die 'Katoomba Falls über eine steile Klippe in die Tiefe. Ein Weg führte durch den Regenwald, welcher uns bis zur Mitte der Falls bringen sollte. Dabei ging es durch 'Kalten Regenwald' hinab und zu den Seiten türmten sich Steinwände auf, die durchsetzt mit Höhlen waren. Der kleine Wasserfall 'Witches Leap' besaß tatsächlich ein Gesicht in seiner Kaskade. Das Wort 'leap' ist ein schottischer Akzent und bedeutet 'Wasserfall'.

Der Weg wurde alsbald ungestümer und schlammiger. Zu den Seiten ging es hunderte Meter steil in die Tiefe. Die "Sicherheitsbegrenzungen" hatten ihren Namen schon lange nicht mehr verdient. Sie standen direkt an der Abbruchkante und waren inzwischen sehr locker angebracht. Am Lookout fiel das Wasser direkt auf ein kleines Plateau, bis es weiter die Wand hinab stürzte. Viele kleine Steinterrassen waren charakteristisch für diese Landschaft.

Der Weg zurück lief über einige steile Steintreppen, doch so gewann man schnell an Höhe. Zwischendurch begegneten uns einige exotische Vögel, wie ein rotblauer Papagei, ein weißer Gelbkopfara?, ein gelber Sittich und ein großer Vogel, welcher durch das Gebüsch wanderte und seinen langen geschwungenen Schwanz hinter sich her trug.

 

   

   

   

   

   

   

                                        

 

Wir kamen an der Station 9 heraus, welcher auch der Startpunkt für die Gondelbahn ist. Hier stiegen wir jedoch wieder in unseren Bus ein und fuhren geradewegs zum 'Narrow Neck Lookout'. Das 'Narrow Neck Plateau' und die 'Great Dividing Range' trennen das 'Jamson Valley' von dem daneben liegenden 'Megalong Valley'. Die Temperatur war sehr warm in der Sonne, trotzdem war ich die einzige in Top und Weste und fühlte mich komisch neben all den Daunenjacken (vergleichbar mit einem sehr warmen Frühlingstag).

 

   

 

Von hier aus war es nur ein kurzer Weg zum 'Echo Point' und uns traf der Schlag als wir diesen erreichten. Überall waren Massen an Touristen unterwegs (im Schnitt kommen 11.000 Besucher am Tag) und besetzten die gut ausgebauten Aussichtsplattformen. Wir drängten uns zwischen die Menge, machten unsere eigenen Selfies und verschwanden schnell wieder. Und plötzlich merkte ich, dass meine Kamera verschwunden war. Zum Glück befand sie sich noch an Ort und Stelle und ich musste mich erst einmal setzten, um meinen Blutdruck wieder zu heben, welcher vollständig abgesackt war.

 

   

 

Seit sechs Monaten war zudem der Zugang zu den 'Three Sisters' gesperrt, welche normalerweise begangen werden können. Die Bauarbeiten werden wahrscheinlich noch drei weitere dauern. Unsere Bustour führte uns weiter an der Klippe entlang und offenbarte weitere tolle Blicke auf das Tal, welches gefüllt war mit unzähligen Regenbäumen, bis weit in die Ferne hinein.

Die Station 18 führte uns zu einem weiteren Blick über das Tal und den 'Gordon Falls'. Hier konnten wir die 'Tree Sisters' nun von hinten betrachten. Ein nicht ganz offizieller Weg führte zu bizarren Steinformationen mit "Wandmalerein" und einer Klippe mit wunderschönem Ausblick. Die Sonne war nun vollends durch die dünne Wolkendecke hindurch gebrochen und offenbarte uns ein nebelfreies Tal.

 

   

   

   

   

 

Die Vogelstimmen in der Stille der Natur waren ungewohnt und exotisch anzumuten und ich genoss es in vollsten Zügen. Der Weg mit dem Bus führte zurück in die Innenstadt von Katoomba, wo wir erst einmal den ALDI besuchten. Über der Brotabteilung hing ein Bild mit richtigem Brot, doch im Endeffekt befand sich wiedermal nur Toast darunter (nur noch drei Tage durchhalten!!). Wir deckten uns mit Essen ein und beschlossen eine komplette Bustour zu unternehmen, damit wir alle Informationen über die Gegend erhielten, was am Ende nicht wirklich viel war.

 

   

   

 

Damit endete unsere Tour und mit dem Zug ging es wieder zurück nach Sydney, wo wir noch Postkarten schreiben müssen (den Blog hatte ich zum Glück schon im Zug geschafft).

 

                                                     

13Juni
2015

Erkundungen zu Fuß

Den zweiten Tag nutzten wir, um einige der gestern gesehenen Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu besichtigen. Gleich am Anfang verliefen wir uns natürlich, doch schnell kamen wir auf die Victoriastreet, die uns direkt zum 'Hyde Park' führte. Dieser ist die älteste öffentliche Parkfläche von Australien. Der Namensgeber war der gleichnamige Park in London.

Geschützt hinter Bäumen und abgeschirmt von der Straße befand sich das imposante 'ANZAC War Memorial', welches 1934 errichtet wurde. Der Innenraum ist komplett mit weißem Marmor ausgekleidet und endet in einer Rundkuppel. In dieser wurden 120.000 goldene Sterne eingelassen, die die Soldaten aus New South Wales repräsentieren und andere freiwillige Helfer. In der Mitte befinden sich in unsymmetrischer Anordnung mehr Sterne, als an den Außenseiten.

Ein dortiger Führer erklärte uns, dass es dafür keine offizielle Erklärung geben aber er meinte, dass die Erbauer bei der immensen Masse an Sternen den Überblick verloren. Sie fingen an sie sehr dicht in der Mitte zu platzieren, merkten jedoch später, dass sie so nicht die gesamte Kuppel ausfüllen würden und verteilten sie ab jetzt großflächiger.

 

   

                                

  

Hinter diesem befand sich der 'See der Reflxionen', der von Pappeln umrahmt wurde. Durch eine Allee ging es tun dem im Park befindlichen 'Sandringham Garden', welcher King George V. und King George VI. Gewidmet wurde direkt vor uns erhob sich die 'St. Mary's Cathedral'. Diese katholische Kirche ist die längste von Australien und wurde im englisch-gotischen Stil erbaut.

Die beiden äußeren Türme waren blieben jahrelang unvollendet, da es damals ein Steuerschlupfloch gab, welches für unvollendete Gebäude galt. Dieses wurde jedoch darauf geschlossen, sodass die Türme heute vollendet vor uns stehen. Der Innenraum wirkte imposant mit seinen hohen Decken und der geschickt gesetzten Beleuchtung, die den Raum noch größer und freundlich wirken ließ.

 

   

                                        

   

   

Unser Weg führte uns nun an den Gebäuden des Parliament, der Library und des alten Krankenhauses vorbei, bis wir schließlich den 'Royal Botanic Garden' erreichten, mit 30 Hektar mitten in der Innenstadt . Wir schlenderten durch diesen und konnten trotz des Winters uns an einer reichen Pflanzenvielfalt erfreuen. Auch zwei kleine bunte Papageie flogen über unseren Köpfen hinweg.

 

     

   

                                         

   

   

 

Der Garten führte uns direkt an das 'Opera House', welches nun in der durchbrechenden Sonne erstrahlte. Die "Muscheln" sind mit 1.056.006 weißen und crémefarbenen Fließen bestückt. Der Preis des Gebäudes sollte £3.500.000 kosten, doch im Endeffekt belief es sich auf £102.000.000. Von hier aus schlenderten wir am Ufer entlang, bis wir schließlich das Viertel 'The Rocks' erreichten.

Ein kleiner Wochenendmarkt füllte die Straßen und die Menschen wuselten überall durch die Sträßchen und Gassen. Natürliche Steinmauern stachen hinter einigen Häusern hervor. Wir verweilten einige Zeit und tauchten in die Menschenmasse ein. 

   

   

 

Über die Georgestreet ging es zurück zum 'Australian Museum'. Mit unserer 'Youth Travel Card' zahlten wir nur $6 Eintritt. Es ist das älteste Museum Australiens und war auf Natur und Geschichte spezialisiert. So erfuhren wir etwas über die Aborigines, die eine völlig andere Geschichte als die Maori besaßen. Auch ihre Sprache unterscheidet sich sehr von diesen. Das Museum war klein und schnucklig und nach zwei Stunden durchquert.

 

     

 

Allmählich dämmerte es, doch wir gingen noch schnell zu einem Opalgeschäft, da wir uns die Besonderheiten dieses Steines erklären lassen wollten. Wir wurden freundlich empfangen und sofort bekamen wir alles erklärt, über weiße bis schwarze Opale. Danach zeigte sie uns einige Schmuckstücke und besonders ein Ring hatte meine Aufmerksamkeit gewonnen, doch leider war er mir deutlich zu groß. Wir bekamen mit einem Gutschein, welcher in jeder Broschüre enthalten war, noch ein paar Perlenohrringe im Wert von $90 geschenkt.

12Juni
2015

Bustour durch Sydney

Der erste von vier Erkundungstagen war angebrochen. Wir befinden uns direkt neben der George Street, welche sozusagen die Hauptstraße durch die Innenstadt ist. Wir liefen diese hinauf und standen alsbald vor der 'St. Andrew's Cathedral' und der daneben stehenden 'Town Hall'.

 

     

 

Gegenüber von uns entdeckten wir eine Bushaltestelle, welche auch von den 'Sydney Exlorer hop on hop off Bussen' angefahren wird. Diese hatte ich unteranderem schon in Barcelona oder Wien genutzt, da sie zwischendurch Informationen über Stadt geben. Schon bald kam einer der roten englischen Doppeldeckerbusse und wir setzten auf das offene Oberdeck.

Diese innere Sydneytour führte uns vorbei vorbei an der beeindruckenden 'St. Mary's Cathedral' und dem 'Auckland Museum'. Links neben uns stach der 'Sydney Tower' aus den Hochhäusern hervor. Dieser wurde so stabil gebaut, dass er Winde überstehen kann, die so nur alle 500 Jahre auftreten.

 

   

 

Es ging weiter in die Gebiete außerhalb, welches 'Kings Cross' beinhaltete. Der Name war einst 'Queens Cross', aber durch Verwechselungen mit einem ähnlichen Platz wurde es zu 'King'. 'Cross' bedeutet einfach nur, dass hier eine Straßenkreuzung ist. Hier steht auch ein riesige beleuchtete 'Coca Cola Reklame', welche bisher nur 2007 einmal ausgeschaltet wurde. Sie ist die größte beleuchtete Reklametafel auf der Südhalbkugel und wurde 1976 errichtet.

Danach kamen wir an der 'El Alamein Fountain' vorbei, einem metallenen Springbrunnen in Form einer Pusteblume. Der Name der kommenden 'Woolloomooloo Bay' bedeutet 'Känguru Baby' , welche gut gefüllt war mit etlichen Booten die im Hafen angetaut waren.

Vorbei am 'Royal Botanic Garden' und einige der ältesten Häuser von Sydney (welche direkt zwischen den Hochhäusern stehen) ging es direkt vor das 'Opera House' mit der 'Harbour Bridge' im Hintergrund. Weitere dortige Sehenswürdigkeiten waren die 'New South Wales Library', das 'Parliament' und das 'Sydney Hospital'. Die älteren Teile dieses Gebäudes werden nicht mehr für die Medizin verwendet, sondern ein dahinter liegender Neubau ersetzt die Räumlichkeiten.

Vor diesem steht eine Wildschweinstatue. Traditionellerweise wirft man eine Münze in den Sammelkasten und reibt die golden gewordene Nase, was Glück bringen soll. Dabei entdeckten wir ein Hochhaus, welches komplett mit verschiedensten Pflanzen überrankt war und einen wundervollen Anblick darstellte.

 

   

 

Der 'Hyde Park lag nun zu unserer Rechten und auch die 'St. Mary's Cathedral' passierten wir ein weiteres Mal. Es ging zur 'Central Station, in dessen Nähe wir wohnen und weiter auswärts zum 'Power House Museum', dem 'Fischmarkt', bis nach 'Darling Harbour'. Dieses Inlett bietet ein riesiges Casino, Rummelattraktionen, sowie die Aquarien und das IMAX Theatre.

Immer am Wasser entlang führte der Weg direkt unter die 'Harbour Bridge', wo wir auch dieses Mal einen Blick auf das 'Opera House' erhaschen konnten. Vorbei an dem Viertel 'The Rocks' mit liebevollen Häuserchen und alten Speichern stiegen wir am 'Circular Quay' in den nächsten Bus, da dies eine Endhaltestation war.

 

   

   

 

Es ging zurück auf die 'George Street', durch die wunderschöne 'Wynyard Arcade' wo wir den Bus verließen. Eine Fußgängerpassage zu unserer Linken war sehr geschmackvoll eingerichtet, sodass man sich in eine andere Zeit zurück versetzt fühlte. Auf der 'George Street' begann nun das 'Queen Victoria Building', ein Einkaufscenter, welcher im Inneren eine bunt gestaltete Rundkuppel besitzt. Auch Glasfenster und Säulen spiegeln den besonderen Stil wider.

Zwei mechanische Uhren hängen in der obersten Etage und besitzen Dioramae, sowie bewegliche Figuren, welche die Geschichte von Australien darstellen. Hier nutzten wir das freie Wifi und stiegen danach in den nächsten Bus, welcher uns zum 'Auckland Museum' brachte.

 

   

    

                                  

 

Diese Haltestelle wird auch für die zweite Route nach 'Bondi' genutzt, welcher wir nun angehen wollten. Drei ältere Leute warteten auch auf diesen Bus und selbstverständlich stand ich für sie von der Bank auf. Die Reaktion der anderen Frau überraschte mich. Sie beugte sich aufgeregt flüsternd zu ihrem Ehemann herüber und erklärte ihm, was ich eben getan hatte. Danach warfen sie mir ein freudiges Lächeln zu und ich war leicht irritiert (aber positiv), da das ja eigentlich normal war, doch ich beschwere mich mal nicht.

Die 'Bondi Tour' führte uns durch die Wohngegenden von 'Paddington' und 'Bondi', wo der berühmte 'Bondi Beach' gelegen ist. Der Sandstrand war ziemlich klein, aber einige unerschrockene Surfer tummelten sich im kalten Wasser. Immer am Meer entlang kamen wir zu den exklusiven Vierteln von 'Double Bay'. Von hier aus hatte man einen wunderschönen Blick auf die Skyline von Sydney. Das Wasser wurde von der sinkenden Sonne angestrahlt und die Boote leuchteten golden auf.

 

   

   

 

Wir wechselten abermals den Bus und nahmen wieder die 'City Center Tour'. Vorbei am 'Darling Harbour' kamen wir schlussendlich unter die 'Harbour Bridge'. Es war allmählich dunkel geworden, sodass wir uns Zeit nahmen, um von der Brücke, dem Opernhaus und der Skyline einige Fotos zu schießen. Wir gingen die 'George Street' hinab, wo viele Clubs geöffnet hatten. An der 'Town Hall' wurde zu einem Theater Festival geladen.

 

   

                                        

   

   

11Juni
2015

Bye, bye New Zealand

Seit um sechs war ich mal wieder wach und gönnte mir eine lange heiße Dusche. Die letzten Sachen wurden gepackt und um elf Uhr checkten wir aus. Natürlich hatten sie meine Kreditkarte genommen, anstatt wie abgesprochen den Cash zu nehmen. Der Tag fing mal wieder super an. Mit ihrem kleinen Shuttle ohne Sicherheitsgurte ging es zum International Airport, zusammen mit einer holländischen Familie, welche ein Jahr hier gelebt hatte und nun nach Hause zurück kehrte.

Am Flughafen entdeckten wir eine kostenlose Waage und wir waren sehr gespannt auf unser Gewicht, bis uns der Schlag traf. Mein Rucksack wog stolze 20 Kilogramm und die andere Tasche 18 Kilogramm. Woher sollte ich 10 Kilogramm entfernen. Wir suchten uns ein stilles Fleckchen am Ende des Flughafens und sortierten alles aus, was halbwegs nachgekauft werden kann und relativ schmerzfrei war.

Dabei wanderten meine innig geliebten und treuen Salomon in den Müll und ich könnte ihnen noch jetzt hinterher trauern ? Sowie acht Bücher, je zwei Sonnencremes und Kontaktlinsenflüssigkeit (übrig geblieben aus Deutschland), mein großes Traveltowel (saugte nicht mehr das Wasser auf). Mit diesem und Lydias Ausschuss machte ich mich auf den Weg zu 'Airport Operation and Lost Property' Office, wo sie zur Charity gespendet wurden. Dabei traf ich auf einige Mannschaften des U20 Fußballs, welche auch abreisen wollten, unter anderem Ungarn, Aquila und zwei Deutsche.

Zurück an den Taschen landeten auch einige Flyer, Muscheln und Dosen im Müll, da sie wirklich unnötig waren und nur Gewicht einnahmen. Am Ende besaß der Rucksack 13 Kilogramm, die Tasche 15 Kilogramm und das Handgepäck 10 Kilogramm. Wir aßen zu Mittag und vertrieben uns die Zeit mit Blogschreiben und Menschen beobachten. Wir ergatterten uns einen Platz im Arrivalsitzbereich, da wir nicht mit den großen Taschen in den Abflugbereich dürfen.

Eine halbe Stunde freies Wifi ließ uns nur das Nötigste zu und viel zu schnell war es wieder gesperrt. Zumindest der Familie konnte ich kurz schreiben. Um halb vier konnten wir für unseren Flug zum Check-in vorfahren und endlich unser Gepäck abgeben. Die rund 28 Kilogramm wurden leider nicht weniger, doch es reichte, um unter der Dreißig zu bleiben. Auch meine Membershipcard wurde anstandslos angenommen.

Dann ging es zur ersten Etage, wo es kleinere Geschäfte und eine tolle Nudelküche gab. Doch wir blieben nicht lange, sondern gingen weiter zur Passkontrolle. Hier konnten wir nicht durch das elektronische Scansystem, wie in Frankfurt, da dies nur für englischsprachige Länder möglich war. Bei der Gepäckkontrolle musste ich meine Flasche, welche noch ein wenig Wasser besaß, austrinken.

Ich fragte, ob sie es auch wegschütten könnten, aber sie meinte nur harsch, ob sie die Flasche wegwerfen solle. Da dies jedoch meine gute Sigg war schüttelte ich nur den Kopf und trank. Der innere Duty-Free Bereich war größer, mit mehr Luxusartikeln und endlich fanden wir auch Sitzmöglichkeiten, wo wir sogar unsere Tablets laden können.

Um sechs Uhr war es Zeit zum Boarding. Mein Platz 38K lag im hinteren rechten Teil des Flugzeuges am Fenster gelegen. Ein Gast saß jedoch auf diesem Platz und wollte partout nicht einsehen, dass dies nicht seiner wäre. Die Stewardess bemühte sich sehr ihn zum Umsetzen zu bewegen und dieser willigte nach einer Ewigkeit ein. Der Flug verlief mit vereinzelten kleineren Turbulenzen, welche jedoch erträglich waren. Es gab leckere chinesische Nudeln, Obst und einMilchbrötchen 

Beim Auschecken konnten wir den elektronischen Selbstscanner nicht benutzen. Unsere deutschen Reisepässe sind dafür ausgelegt (wird in diesem System am Frankfurter Flughafen verwendet), aber hier muss man diesen in die Maschine schieben. Da jedoch unsere stabiler und dementsprechend dicker sind passten sie nicht hindurch. Also stellten wir uns in die unendliche Schlange an und füllten vorher unsere zwei Gesundheits- und Einreisekarten aus.

Da wir fast die letzten in dieser Schlange gewesen waren drehte unser Gepäck gerade seine letzte Runde und wurde schon heraus gehoben. Doch von dort durften wir es uns problemlos nehmen. Der letzte und schwierigste Schritt war das Gepäck, inklusive des gesamten Inhaltes, nach draußen zu bekommen.

Wir durften uns in die Spur 2 einreihen, da wir Holz, Knochen und Muscheln einführten. Dies hatten wir auf unseren Karten angegeben und sogleich wurden wir zu den Tischen und nicht zum Scanner gewunken. Dort wurde gefragt was wir genau einführten, beziehungsweise wurde ich nur gefragt, welche Art von Holzprodukt. Die gekaufte Statue reichte ihm als Erklärung und wir wurden beide durchgewunken. Ein Stein fiel uns vom Herzen.

Nun stand jedoch die nächste Hürde bevor. Wie kommen wir zum Hotel? Wir hatten uns eine Zugverbindung zur Central Station herausgesucht, welches das nächste zu unserem Hostel wäre. Doch von dort müssten wir ein ganzes Stück laufen und mit vierzig Kilogramm um den gesamten Körper wäre dies eine fast unmögliche Leistung. Als wir heraus kamen sprach uns sofort der Fahrer eines Airportshuttels an. Er würde uns für $15 (ab jetzt australische Dollar und nur noch 8 Stunden Zeitverschiebung!!) zu jedes Hotel fahren und wir stimmten gerne zu.

Wir tauschten einiges unserer neuseeländischen Dollar um, damit wir genug für die nächsten Tage besäßen. Danach ging es mit vier weiteren Backpackern los. Sydney sah bei Nacht genauso aus, wie jede andere Großstadt und wir sind gespannt, was uns morgen erwarten wird. Am Haymarket, mitten in der Stadt, wurden wir am Hotel 'Valentine on George' abgesetzt und checkten ein.

Unser Zimmer wollte sich nicht sofort öffnen lassen. Wir dachten schon, dass die elektronischen Karten nicht ordentlich geschaltet waren, doch wir mussten die Tür nur einfach stärker drücken. Das Zimmer überraschte uns völlig, da wir nicht mit so etwas modernen gerechnet hatten (King Size Suite ❤️). Das Bad war geschmackvoll eingerichtet und eine schöne Sitzecke war auch enthalten. Ein Lichtsystem mit vier verschiedenen Stufen ist über alles geschaltet.

Bisher hatten wir in Australien wirklich Glück gehabt, mal sehen wie lange dies noch anhält, aber wir sind zuversichtlich. Ich habe Urlaub!

10Juni
2015

Der Abschied ist da

Die Nacht verging viel zu schnell und um kurz vor 10 Uhr quälten wir uns durch den Morgenverkehr des Highways, um pünktlich zum vorgebuchten Check-in in Mangere zu kommen. Wir hatten uns in das 'Airport Gateway Hotel' eingemietet, welches nah zum Flughafen liegt. Vor diesem gab es allerdings eine große Baustelle, sodass wir natürlich die kleine Einfahrt verpassten und eine Ehrenrunde fahren durften.

Pünktlich um zehn standen wir an der Rezeption, doch dort war man vollkommen überrascht von unserem frühem Erscheinen und nach einigem Hin und Her bekamen wir dennoch einen Zimmerschlüssel. Die Taschen in dieses zu bekommen stellte sich jedoch als immense Aufgabe heraus, da sie viel viel zu schwer waren.

Ich weiß nicht, wie wir diese in die Innenstadt von Sydney bekommen sollen. Das Zimmer ist nicht mehr das modernste, aber es ist sauber und das ist nach diesem Jahr das Wichtigste für uns. Wir nutzten sogleich die Dusche mit unbegrenztem und heißem Wasser!

Halb zwölf ging es auf zur letzten Fahrt mit unserem Auto. Nach fünfzehn Minuten befanden wir uns schon in Morningside und kamen bei dem Autohändler an , welcher erstaunlicher sogar da war. Ganz unzeremoniell wurden die Daten ausgetauscht, sowie das Geld überreicht. Er würde die Ummeldung vornehmen. Als wir gingen fiel uns auf, dass wir immer noch den Autoschlüssel besaßen. Ich drehte sofort um, aber der Händler hatte ihn gar nicht vermisst, ich nehme das Auto auch gerne wieder mit ;-)

 

   

 

An der Zugstation wollten wir uns gerade Tickets zum Britomart (Hauptbahnhof in der Innenstadt) kaufen, da sprach mich eine Frau an und schenkte mir ein gültiges Ticket von ihrem Freund, da dieser nicht erscheinen konnte. Die Fahrt dauerte nicht lange und sogleich machten wir das City Center unsicher. Alle Souvenirshops wurden abgeklappert, Mittagessen bei Domino's Pizza und ein Schokoeis im Becher bei 'Giappo'.

Wir fühlten uns wieder wie normale Menschen zwischen all den Geschäften und fort von den Kiwiorchards. Es war viel ungezwungener, da wir keinerlei Verpflichtungen mehr hatten und wir nicht dauernd auf dem Sprung waren.

Um Viertel nach Fünf ging es zum Skytower. Wir hatten uns extra unsere beste Kleidung angezogen und uns herausgeputzt, da wir einen Tisch im 'Orbit 360' reserviert hatten. Dieses Restaurant befindet sich über der Hauptaussichtsplattform des Towers. Davor durften wir jedoch diese Plattform betreten und sahen, wie allmählich die Stadt in ihrer nächtlichen Pracht erstrahlte.

 

   

 

 

Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und das Abendrot, welches hinter der Auckland Bridge lag, verdunkelte sich immer mehr, bis es schlussendlich verschwand. Die Stadt erstrahlte in einem ungewohnten Glanz und ließ uns Auckland endlich mit anderen Augen erblicken. Im Boden waren teilweise 38 Zentimeter dicke Glasscheiben eingelassen, durch welche man die darunterfahrenden Autos sehen konnte und ohne Probleme konnte ich auf diesen laufen und nach unten schauen (bis eine laut knackte und das Glas beim darauf treten wackelte!).

 

   

   

 

Wir genossen den Anblick fuhren mit dem Aufzug um 6.15 Uhr zum Restaurant. Wir bekamen einen Platz an der Fensterfront. Das Restaurant drehte sich im Inneren um sich selbst, sodass wir nach einer Stunde einmal gerundet hatten. Wir uns gab es 'Rangitikei corn fed chicken supreme, Truffle oil' (Roast Jerusalem Artichokes purée, pan sealed witloof, broccolini, jus roti) und den Cocktail 'Vertical Limit'. Das Essen schmeckte wirklich sehr gut und wir genossen unseren letzten Abend in Neuseeland in vollsten Zügen.

 

                                 

 

Danach ging es gemütlich zum Pier, wo die Skyline hell erleuchtet sichtbar war. Unser Rückfahrbus stand sogar schon da und die Fahrt von 45 Minuten vergingen wie im Flug. Es war toll endlich wieder in einem normalen Bett zu schlafen, obwohl dieses genauso hart war, wie unser Auto, aber wir wollen uns ja nicht beschweren.

 

                    

 

09Juni
2015

Vorletzter Tag

Die Nacht hatten wir dann doch anderswo verbracht. Das Stadtgebiet 'Papatoetoe' lag direkt neben Manukau. Hier parkten wir uns auf die Straße einer der unzähligen geraden Straßen dieses Wohngebietes. Da es einige Autos vor den Häusern gab fielen wir nicht weiter auf. Nach der letzten eiskalten Nacht wurde diese kuschlig warm und wir froren überhaupt nicht. Einen Tag habe ich mich nun gesund gefühlt, aber anscheinend schleicht sich die nächste Erkältung hinein, hoffentlich vergeht diese schnell.

In Manukau auf unserem altbekannten Parkplatz packten wir unsere restlichen Sachen und fuhren Mittags zu den gestrigen Autohändlern, um erneut nachzufragen. Davor machten wir jedoch einen kleinen Abstecher zum Flughafen, um uns zu informieren, wie viel es kosten würde das Gepäck kurzzeitig einzulagern. Als wir dies herausgefunden hatten fuhren wir wieder zu den Schranken am Ausgang, steckten die Karte in das Gerät und nichts passierte. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir die Zeit um eine Minute überschritten hatten und dafür durften wir $4 zahlen.

Wir riefen noch schnell die japanische Werkstatt an, aber kein Händler hatte sich für unser Auto interessiert. Also wollten wir bei dem anderen Autoverkäufer anfragen, ob wir es ihm für $500 verkaufen können. Der Weg in die Stadt war wie immer zähflüssig und nervenzerfressend, doch wir erreichten den Autohändler, beziehungsweise den Ort wo er gestern noch gewesen war. Das Rolltor war herunter geschoben und es wirkte alles verwahrlost. Der Ort war nicht mehr wieder zu erkennen und uns traf der Schlag.

Die Verzweiflung war groß wie nie, denn nun bleibt uns nur der Verschrotter, aber bei unserem Glück Werden wir es dort auch nicht los. Wir fuhren zu McDonalds, damit wir einen Parkplatz und Toilette zum Warten hatten und versuchten es drei Stunden später noch einmal, die selbe Zeit wie wir ihn gestern besucht hatten. Wir fuhren daran vorbei und die Garage war wirklich offen und ein Auto parkte darin. Wir fuhren kurz um die Ecke, da es wiedermal keine Parkmöglichkeit gab.

Als wir zurückkamen war das Tor zu! Wie konnte das sein? Vor zwei Minuten war es noch geöffnet gewesen und nun schaute wieder alles verwahrlost wie am Mittag aus. Wir riefen seine Nummer aus dem Internet an, doch da meldete sich eine vollkommen andere Person, die in keiner Verbindung mit ihm stand. Das Schicksal meinte es definitiv nicht gut mit uns.

Um die Ecke befand sich ein Bahnhof, auf welchem wir die Verbindungen zum Flughafen checkten, was sich als günstig und ideal für uns erwies. Aber wenn wir es nicht hier verkaufen können, dann nutzt uns dieses Wissen auch nichts. Als wir zurück gingen klopften wir noch einmal an das Tor, doch nichts regte sich.

Durch Zufall entdeckte ich eine alte verwaschene Visitenkarte am Tor und unglaublicher Weise befand sich seine Nummer darauf. Als wir anriefen willigte er sofort ein. Kann ich ihm nicht verdenken, wenn er das Auto fast von uns geschenkt bekommt. Auf Mittwoch 13 Uhr setzten wir den Termin. Unser letzter Tag mit dem Auto war angebrochen.

ÖAm 'Warehouse Stationery' nutzten wir das freie Wifi, um ein Hotel mit kostenlosem Airportshuttle zu buchen. Ich landete bei einem indischen Callcenter, welches aber sehr nett und zuvorkommend war. Wir dürfen morgen um 10 Uhr einchecken, da es bei uns anders nicht möglich wäre, besonders mit den sechs schweren Taschen. Unsere letzte Nacht im Auto verbrachten wir wieder in der gleichen Straße in Papatoetoe.

Zwischendurch bekam ich ominöse romantische Textnachrichten eines Arbeitskollegen, welcher aber bisher nicht viel mit uns zu tun hatte. Seine Schüchternheit hätte ihn abgehalten, aber jetzt wollte er sich natürlich sofort mit mir in Auckland treffen ;-) Die fortlaufenden Gespräche erheiterten immer mehr unseren Abend und lachend fielen wir in den Schlaf.

07Juni
2015

Das Ende der Kiwipacksaison

Der Tag, auf den wir seit Monaten gewartet hatten, war endlich angebrochen. Um 16 Uhr klingelte der Wecker und wir machten uns gemütlich zurecht. Um 17 Uhr wollten wir auschecken, da wir mit der Rezeptionistin vor zwei Tagen dies ausgemacht hatten. Sie waren so vorkommend gewesen uns die letzten zwei Nächte auf Seasonalpay ($10p.p.) zu belassen und dies konnten wir mit dem hinterlegten Bond von $50 per person ausgleichen.

Aber nach neuseeländischer Pünktlichkeit kam sie erst als wir nach ihr klingelten, da sie uns schlicht und einfach vergessen hatte. Dann beim Abrechnen wollte sie uns einen Tag mehr anhängen und als dies nach einer gefühlten Ewigkeit endlich aufgeklärt war gab es ein weiteres Problem. Irgendwie wollte sie uns nur $10 herausgeben, da sie ziemlich durcheinander war. Am Ende bekamen wir jeweils unsere $30 doch noch und verließen das Hostel mit einem lachenden und weinenden Auge.

Wir besuchten kurz die Library und ich schaffte es endlich die 'Todescreme' Auswahl zu fotografieren. Ich hoffe inständig, dass solche Erdnussmengen niemals in deutschen Supermärkten erhältlich sein werden. In der Library wurde nach dem New World noch kurz gestoppt für unseren täglichen Internet bedarf, welcher wie so oft unausgefüllt blieb, das Wifi streikte mal wieder.

 

                                        Die 'Todescreme' (Mitte)

 

Um 19 Uhr fuhren wir wie jeden Tag fünf Minuten zu unserer Arbeit, um festzustellen, dass der Parkplatz komplett leer war, denn die Tagschicht würde erst Morgen wieder arbeiten. Wir schlenderten zur Kantine, loggten uns ein und die tägliche Routine begann. Wir befanden uns heute freiwillig bei den 27er IT's, da diese ihrer Größe wegen leichter zu verpacken sind.

Es war trotzdem ziemlich schnell und ein akuter Boxenmangel ließ uns wieder zittern. Zudem war mein Count völlig falsch, sodass ich entweder viel zu wenig oder zu viele Früchte erhielt. Mit ein paar Labeln die entfernt wurden rollte alles wieder flüßig. Dafür wurde der Metallwagen über dem Sizer genutzt, welches wir in der Labelentfernung gebraucht hatten.

 

           Metallwagen

       Halle und Paletten    Blick von der Brücke auf alles

       Grading    Preparing

 

Die letzte Pause nutzten wir, um letzte Fotos zu schießen. Wir posierten mit etlichen Kollegen für ihre Bilder und ein allgemeiner Fotorausch entstand. Robb unterbrach unser Shooting nur ungern, aber die Arbeit musste noch 130 Bin's lang weitergehen. Die anderen waren so froh, als die letzten Kiwis rollten, doch mich erfasste Wehmut. Es war für kurze Zeit unsere Heimat und Familie gewesen und jetzt würde sich alles wieder ändern und nie mehr so sein. Am Ende verabschiedeten wir uns tränenreich von allen und verließen EastPack und Te Puke endgültig.

 

      IT Boxen    MB Boxen

      P1 Boxen    Gestapelte und dennoch volle Lines

      Automatische Boxen Line   

                                   Sonnenaufgang vor EastPack

 

Doch unser Tag hatte erst begonnen. Wir fuhren nach Hamilton, wo wir einige Geschäfte abklapperten und dann weiter nach Auckland. Das Autohaus 'Turners' kauft Autos auf und genau da wollten wir unser Glück versuchen. Wir machten einen Termin aus, doch bis dahin hatten wir noch 1 1/2 Stunden Zeit, sodass wir zu einem weiteren Händler fahren wollten.

Jedoch verließ uns in der Innenstadt von Auckland wiedermal das GPS und wir fuhren natürlich falsch ab. Es war wirklich zum verzweifeln. Irgendwo im Nirgendwo entschieden wir doch wieder zurück zu Turners zu fahren, da die Zeit knapp wurde. Wir suchten unseren Ausweg durch das Straßennetz und erkannten einige bekannte Wege (wir haben uns eindeutig zu oft verfahren).

Zurück am Turners wurden wir in ein offenes Büro gebeten und bei der Frage nach der Art des Autos (Build-in Bed) sagte er uns sofort, dass sie solche Autos nicht kaufen dürfen, aber um die Ecke ein Partner ihrerseits dies Täte. Wir waren schwer enttäuscht, da man uns in Tauranga anderes gesagt hatte. Der andere Laden stellte sich als Verschrotter heraus und uns traf der Schlag.

War unser Auto gar nichts mehr wert? Doch, ganze $350 stellte er uns bereit und das für 7 Tage Aktionszeutraum. Wir gingen sofort und fuhren zu einer kleinen Werkstatt. Dort fragte dieser einen Freund, der solche Autos aufkauft. Hier würden wir $500 erhalten. Doch um die Ecke befand sich eine andere Werkstatt einer japanischen Familie, welche immer nach günstigen Autos suchen würden.

Beim Rückwärtsausparken am Berg verkeilte ich mich gekonnt zwischen zwei Steinmauern und löste unseren Spritzschutz am rechten Hinterrad. 10 Monate passierte nichts und ausgerechnet heute das. Die Japaner waren teils interessiert und der Junge Vincence würde uns eventuell bescheid geben, ob seien Händler Interesse hätten. Wir zweifeln stark daran und hoffen auf fast gar nichts mehr.

Der Boden der Realität ist hart und steinig und hat uns gezeigt, wie sehr man doch übers Ohr gehauen wird, von jeglichen Parteien. Doch vielleicht können andere aus unseren Fehlern lernen und uns war es eine Erfahrung wert und wir freuen uns, wenn dies alles überstanden ist. Nach 26 Stunden fielen wir zufrieden ins Bett. Wir sind hier in Manukau auf dem McDonaldsparkplatz, wo wir einst unsere erste Nacht im Auto verbracht hatten. Dieses Mal werden wir nicht wieder alle 4 Stunden umparken und auch die Temperatur wird hoffentlich durch die Schlafsäcke erträglicher sein. 

06Juni
2015

Das erste Mal Packen seit 6 Monaten

Wir hatten uns fest vorgenommen den heutigen Tag zu nutzen, um unsere Taschen für die Abreise zu packen. Leider wollte jedoch das Wetter nicht so wie wir es uns vorgestellt hatten und so regnete es pünktlich um 12 Uhr in Strömen. Wir machten uns erst einmal auf den Weg in die Library, doch auch dort wurden wir wiedermal schwer enttäuscht. Seit einigen Tagen lädt bei mir so gut wie gar nichts im Wifi und gestern war der Server vollständig zusammengebrochen und war unauffindbar.

Heute konnte ich in sechs Stunden ganze zwei Emails verschicken und ebenso viele Googlesuchanfragen suchen, das war dann aber auch das Maß aller Dinge. Mit dem Internet haben die Neuseeländer wirklich Probleme. Dafür hörte der Regen auf und die schwerste Arbeit begann.

Wie sollten alle unsere Sachen wieder in den Rucksack passen? Bei Kathmandu hatte ich mir eine zusätzliche Tasche gekauft, welche ich, wie ich jetzt bemerkte, dringend nötig hatte. Da der Boden nass war musste alles im Auto sortiert und verpackt werden, was ein einziges Hin und Her war. Nach gefühlten Stunden konnte ich die fast gänzlich gefüllten Taschen wieder unter das Auto quetschen.

Jedoch fehlen noch einige Sachen, aber am meisten macht mir das Gewicht zu schaffen, da ich wirklich bedenken habe, dass ich meine 30 Kilogramm Freigepäck locker überschreiten werde. Noch bin ich unschlüssig, was in diesem Fall am Airport bleiben soll (meine alten Salomon leben noch immer ;)!

 

   

   

   

 

Abends um Acht befanden wir uns wieder im Hostel und verbrachten die restliche Zeit bis ein Uhr früh mit schlafen. Dann ging es ab ins Hostel, um einige unserer Duschmünzen, die sich über all die Monate angesammelt hatten, aufzubrauchen. Leider wurde das Wasser nicht warm, sodass wir in drei weitere Duschkabinen Münzen steckten, was den Wärmepegel sogar leicht anhieb. Trotzdem zitterte ich ununterbrochen, aber da ich morgen den Schlaf brauchen werde nahm ich es in Kauf.

Nach dieser erfrischenden Dusche stöpselten wir uns in die Steckdosen ein. Mein Lademarathon von drei Kameraakkus, zwei GoProakkus, Tablettastatur, Smartphone, externem Akku und Pad begann. Da wir die letzten Tage schon vorgeladen hatten ging dies sogar schneller vonstatten als gedacht. Die Zeit vertreiben wir uns, indem wir auf SkySport versuchen herauszufinden, wie genau Rugby funktioniert.

 

 

   

   

                             

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